Imperium der Ameisen

Die ganze Welt der Natur in
einem Spiel. Begleiten sie Ameisen auf ihrem täglichen
Arbeitsweg und retten sie die nützlichen Insekten vor den
Gefahren der Natur.
Ameisen:
Geniale Sozialstrategen oder gnadenlose Rabauken? Niedliche
Krabbler oder gefährliche Killer? Fleißige Arbeiter oder
gefräßiges Ungeziefer? Der Mythos um die kleinen und
fleißigen Arbeitervölker ist ungebrochen und konnte schon
zu Zeiten des Amiga mit Umsetzungen wie "It came from
the Desert" begeistern. Havas Interactive bringt nun
das Echtzeit-Strategiespiel "Imperium der Ameisen"
von dem erfahrenen französischen Entwicklerteam Microids:
Der Spieler übernimmt die Kontrolle über eine rote
Ameisenkolonie. Nun gilt es, das Nest effizient auszubauen,
dringend benötigte Nahrungsmittel heranzuschaffen und das
eigene Gebiet ständig zu überwachen. Denn nicht nur
zahlreiche andere Tiere sind eine ständige Bedrohung für
die Ameisenkolonie des Spielers: Die räuberischen
Heerscharen anderer Ameisenarten könnten jederzeit einen
Großangriff starten...

Die große und auch komplizierte Welt der Ameisen schreit
förmlich nach einem Tutorial, was dem Spieler auch zu
Beginn eines Spiels geboten wird. In eher passiver Rolle
gilt es zuzuhören und die Steuerung sowie das Verhalten der
Krabbeltiere im Bau und in der Außenwelt zu erlernen.
Nach dem abgeschlossenen Biologieunterricht geht es aber
auch gleich ans Eingemachte: Ein aufstrebendes Völkchen von
Ameisen wartet nur darauf, nach den Befehlen des Spielers zu
wachsen und sein Territorium zu vergrößern. Ohne Rohstoffe
funktioniert da natürlich nichts: Genau dazu sind
schließlich die Arbeiterinnen da, welche sich nach der
Markierung eines Gebietes auch gleich selbständig an den
Abbau der Ressourcen machen.
Wie in der Menschenwelt geht es aber auch beim Imperium der
Ameisen nicht immer friedlich zu, was die Existenz der
Kämpferinnen auf den Plan ruft: In Gruppen zusammengefasst
stehen dem Spieler einfache Kämpferinnen,
Artillerie-Ameisen, Pförtnerinnen und sogar
"Panzer" zu Verfügung. Je größer die Gruppe
dabei ist, desto kampfstärker wartet die Armee auf und
ergreift auch nicht so schnell die Flucht. Beschränken sich
die Ziele des Angriffs in der Regel auf anderes Kleingetier
wie Käfer oder Schnecken, welche perfekt in den
Ernährungshaushalt passen, kommen einem zeitweise auch
gefährlichere Gegner vor die Fühler: Ein Hirschkäfer z.B.
versteht es um einiges besser, sich zu verteidigen und eine
Gottesanbeterin hat Ameisen sogar zum Fressen gern.
Zudem leben die Ameisen des Spielers nicht allein auf der
weiten Welt: So kommt es des öfteren zu Machtkämpfen um
neues Territorium oder eine Invasion gegen den eigenen Bau.
Herzstück des eigenen Volkes ist, wie sollte es auch anders
sein in einer Monarchie, die Königin: Sie ist für den
Fortbestand verantwortlich und legt je nach Befehl des
Spielers Eier, aus denen später Arbeiterinnen oder
Kämpferinnen schlüpfen. Zwar können die Jobs auch
untereinander getauscht werden, was die Effizienz der Arbeit
aber deutlich senkt.
Neben den nahrungssammelnden Arbeiterinnen gibt es auch
solche, die den Bau erweitern und so für neue
Räumlichkeiten sorgen. Hier leben dann aber nicht nur die
Ameisen selbst, sondern auch deren Verbündete: Käfer
eignen sich hervorragend als Transporter und Blattläuse
erkunden flink neue Ressourcenlager, während Fliegen die
perfekten Spione im feindlichen Lager sind.
Können die Story und die gestellten Inhalte schon
begeistern, sorgt die grafisch ausgereifte Präsentation
für den Rest, den Titel jedem wärmstens ans Herz zu legen:
In frei dreh- und zoombarem Gelände bleibt dem Blick des
Spielers nichts verborgen, die Steuerung funktioniert
ebenfalls prächtig. Zudem wartet die Umgebung mit massig
Details auf, sodass dem Spiel auch ein Lerneffekt über
unsere Umwelt innewohnt.
Fazit
Mit Konkurrenz muss sich Microids hier wohl nicht
herumschlagen: Ein Echtzeitstrategiespiel angesiedelt in der
freien Natur ist bislang, sehen wir einmal von Maxis' SimAnt
ab, nicht da gewesen und kann schon allein deshalb mit guten
Punkten rechnen. Allerdings muss sich der Titel nicht allein
darauf stützen: Die Umsetzung der spannenden Story, wie sie
nur die Natur schreiben kann, überzeugt voll und ganz und
die 11 Missionen sorgen für langen Spielspaß vor dem
Monitor.
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